Melloblocco 2014 – Tag 4, das Finale des Kletterns und der Schönheit

Valmasino, 4. Mai 2014. Der 11. Melloblocco endet heute; wieder einmal hat sich das international Boulder-Treffen als das weltweit größte seiner Art erwiesen; mit 2.600 registrierten Kletterern und mehr als 4.000 Leuten im Val Masino und Val di Mello.

Eine Szene des heutigen Morgens beim Melloblocco 2014: zwei Mädchen sonnen sich auf einem der Boulder des Mello-Gartens. Wer weiß worüber sie sich unterhalten. Vielleicht sprechen sie über die tolle Party von gestern Abend oder über die Boulder die sie im Laufe des Tages noch klettern werden. Oder vielleicht genießen sie einfach den Moment, bevor dieser Finaltag beginnt. Das Leben um das Mello-Dorf erwacht langsam und unter dem tiefblauen Himmel scheint alles vorübergehend außer Kraft gesetzt. Im Hintergrund, hoch oben in den Bergen schimmert der Schnee hell. Am Himmel ist keine einzige Wolke zu sehen.

Ja, hier kann man die Schönheit fast einatmen. Es ist einer dieser Momente an denen die Zeit still steht und alles endlos schein. Wie ein guter Atemzug, der voll und ganz ausgekostet wird. Vielleicht ist es nur ein Zufall, aber von genau diesem gemächlichen Rhythmus, diese Ruhe, dieser Schönheit und diesen kurzen Glücksmomente wurde der Melloblocco 2014 begleitet. Im Val Masino haben die großartigen 2.600 Melloblocker diesen Rhythmus wirklich gelebt und haben so – abgesehen von den Rekordzahlen – dazu beigetragen, sicherlich eine der schönsten und ergreifendsten Ausgaben dieses Events auf die Beine zu stellen.

All das war von Anfang an klar, vom ersten Tag an hat dieser Rhythmus den Beat des diesjährigen Events vorgegeben. Diese Sensation wurde von vielen geteilt und weitergegeben und konnte in auf viele verschiedene Weisen wahrgenommen werden. Denn genau darum geht’s beim Melloblocco, ebenso wie beim Klettern generell und beim Bouldern im Speziellen. Kleine Details und unvergessliche Momente die alles in allem auf den Gipfel führen. Kurz gesagt, was beim Klettern und im Leben generell gilt, gilt auch beim Mello: der Weg ist das Ziel. Wie man das „Hier und Jetzt“ in diesem wunderbaren Tal lebt. Und so wurde auf der Melloblocco 2014-Reise – natürlich – viel geklettert. Wirklich großartige Kletterei die man sowohl bei den Champions, als auch bei allen anderen Kletterern und sogar bei absoluten Anfängern miterleben konnte. Ein Blick auf deren Lächeln hat gereich, um zu sehen dass jeder dieselbe Leidenschaft teilt.

Die Reise wurde auch zu etwas Besonderem durch die vollen „Kinoabende“, die Videovorträge von vielen Top-Kletterern sowie den Treffen mit Kletter- und Abenteurern-Legenden wie Marmot Athlet Stefan Glowacz, der von den Melloblockern eine denkwürdige Standing Ovation für seinen Vortrag erhalten hat. Dann gab es da auch noch das schöne und intensive Theaterstück mit den Darstellern Fabris und Bicocchi, die Joe Simpson’s Touching the Void interpretierten. Die Zuschauer waren berührt von der Vorstellung und der Applaus am Ende war groß, herzlich und aufrichtig. Dieses Mello Theater war sowohl ein Experiment, als auch eine Wette… und die Organisatoren hätten keine eindeutigere Antwort bekommen können. Genauso wie man sich keine bessere Kampangne für Knochenmarkspenden vorstellen hätte können, als die von Climb for Life: mehr als 30 Typisierungen sind ein großartiges Ergebnis.

Wo wir schon von Hoffen sprechen: vielleicht liegt der Schlüssel zum Erfolg des Melloblocco, zu diesem mysteriösen und fast nicht greifbarem Event-Spirit, der von Jahr zu Jahr weitergereicht wird, darin, dass bei dieser Ausgabe wahrscheinlich mehr junge Melloblocker anwesend waren, als jemals zuvor. Es scheint fast so, als ob dieses Treffen im Val Masino und im Val di Mello eine Art Legende ist, zugleich aber auch eine Art Einführungsritual ist, das man nicht verpassen darf.

Es muss erwähnt werden, dass viele dieser Youngsters mit dem Melloblocco aufgewachsen sind. Viele sind noch als Kinder zum ersten Mal hierher gekommen, in Begleitung ihrer kletternden Eltern. In der Zwischenzeit sind viele von ihnen beeindruckend stark geworden und wenn man sie sich so ansieht, ist es schön zu denken und zu glauben, dass die Zukunft des Kletterns hier im Tal aufgewachsen ist, für ein besseres Morgen. Auch weil viele dieser neuen Hoffnungen und bestätigten Talente Frauen sind… eine der treibenden Kräfte des Mello und Ausdruck seiner alles übergreifenden Freude.

Wo wir von Kräften und neuen Stärken reden, man muss auf jeden Fall dein Wettbewerbszirkel aus 9 + 9 (schweren) Bouldern erwähnen, der den besten vorenthalten ist. Dieses Jahr war das klassiker-Spiel innerhalb des größeren Melloblocco Spiels wahrlich bemerkenswert. Zunächst ein Dank an die schönen Probleme, die vom Mello Künstler Simone Pedeferri zusammen mit seinem gesamten Team gefunden, geputzt und definiert wurden. Und auch bemerkenswert, weil dieser Wettbewerb – abgesehen von den begangenen Bouldern – von wirklich einzigartiger Ruhe und erstaunlichem Fair-Play von allen begleitet war.

Am Ende schafften 8 Männer je 6 Tops: die Italiener Gabriele Moroni, Stefano Ghisolfi, Marcello Bombardi, Silvio Reffo und Michael Piccolruaz, der Russe Alexey Rubtsov, der Finne Anthony Gullsten und der Japaner Sachi Amma. Mit je 5 Tops folgen der Italiener Andrea Ratti und der Bulgare Ivailo Radkov Fazata. Jacopo Larcher aus Italien, Kipras Baltrunas aus Litauen und Shini Fujisawa schafften alle je 4 Probleme.

Im Frauenwettbewerb haben die Russin Yulia Abramchuck und die Französin Mélissa Le Nevé den Wettbewerb mit je 8 von 9 Tops gewonnen. Kurz hinter ihnen mit je 7 Problemen folgten Barbara Zangerl aus Österreich, die Italienerin Jenny Lavarda und die diesjährige Entdeckung, die erst 14-jährige Giorgia Tesio aus Ladurner. Der 4. Platz ging dank ihrer 5 Tops an Federica Mingolla. Am Ende blieben nur 3 Probleme “El Calamar”, “Hell Boy” und “Off With Belly” ungeklettert: eine weitere Herausforderung und ein guter Grund, um ins Tal zurück zu kommen!

Während die Melloblocker sich vom Tal, von diesem verzauberten Garten im Bergsportzentrum in Filorera verabschieden, bleib es nur noch allen eine gute Reisen zu wünschen… zum Melloblocco 2015!

von Vinicio Stefanello – Planetmountain.com

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Final ranking Männer
Final ranking  Frauen
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